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Pflege von Beatmungspatienten und Arbeitsrecht

Wenn Sie Beatmungspatienten und somit auf Intensivpflege angewiesene nahe Angehörige zuhause pflegen, haben Sie nach dem Pflegezeitgesetz einen Anspruch darauf, teilweise oder gänzlich Ihrer Arbeit fernzubleiben (§ 3 I PflegeZG), sofern Sie in einem Unternehmen mit 15 oder mehr Arbeitnehmern beschäftigt sind. Wird ein Minderjähriger gepflegt, so besteht der Anspruch sowohl bei der Intensivpflege zuhause als auch bei der außerhäuslichen Pflege (§ 3 V PflegeZG). Dieser Anspruch ist auch ohne ausdrückliche Zustimmung Ihres Arbeitgebers gegeben, sofern Sie ihn mindestens zehn Tage im Voraus schriftlich darüber informiert haben (§ 3 III PflegeZG). Zum Beleg sollten Sie hierfür eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes vorlegen. Grundsätzlich können Sie aufgrund der Intensivpflege eines Angehörigen im eigenen Zuhause bis zu sechs Monate von der Arbeit freigestellt werden.

Tritt der Pflegefall unerwartet ein, hat der Gesetzgeber das Recht vorgesehen, nahe Angehörige in Krisensituationen ab sofort und bis zu zehn Tagen von der Arbeit freizustellen. Eine Krisensituation tritt auch dann ein, wenn der nahe Angehörige kurzfristig aus dem Krankenhaus entlassen wird und die Intensivpflege unerwartet zuhause stattfinden muss. Zusätzlich haben Sie nach dem Familienzeitgesetz einen Anspruch auf eine Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten. 

Intensivpflege zuhause und Kündigungsschutz

Sowohl während der Familienpflege als auch während der Inanspruchnahme von Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz genießen Sie als Arbeitnehmer Kündigungsschutz. Dieser beginnt frühestens zwölf Wochen vor Ankündigung der Freistellung und endet bei der Rückkehr in den Beruf.

Intensivpflege zuhause und Anspruch auf Lohnfortzahlungen

Pflegen Sie als naher Angehöriger Beatmungspatienten oder nah verwandte Personen, die auf Intensivpflege angewiesen sind, zuhause, ist eine Lohnfortzahlung leider nicht immer möglich.

Grundsätzlich haben pflegende Angehörige zunächst keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Eine solche kann sich jedoch aus den Regelungen Ihres Arbeitsvertrags ergeben. Zudem ist es möglich, ein Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu beantragen. Das Darlehen erhalten Sie zinslos.

weitere Informationen unter https://www.bmas.de/

 

ursula pabsch

Ursula Pabsch

Diplom - Pädagogin (Univ.)
Systemische Beraterin / Familientherapeutin (DGSF)
Systemische Supervisorin / 0rganisationsentwicklerin (DGSF)
Systemische Coachin (DGSF)

Lernen Sie mich näher kennen
ursula-pabsch.de

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